Drei Ziele werden im Insolvenzverfahren angestrebt:

  • In erster Linie dient das Verfahren dazu, das gesamte restliche Vermögen bei Zahlungsunfähigkeit und/oder Überschuldung zu verwerten und aus dem Erlös alle Gläubiger gleichmäßig, also im Verhältnis ihrer Forderungen, zu befriedigen (Zahlung einer Quote).
  • Redlichen Schuldnerinnen und Schuldnern wird Gelegenheit gegeben, sich von den restlichen Verbindlichkeiten zu befreien. Alle Forderungen, die zu Beginn des Insolvenzverfahrens vorhanden waren, können nach Ablauf einer in der Regel sechsjährigen sog. "Wohlverhaltensphase" nicht mehr durchgesetzt werden. Diese Restschuldbefreiung ermöglicht also einen vollständigen wirtschaftlichen Neuanfang.
  • Bei Unternehmen ist deren Sanierung und damit verbunden der Erhalt der Arbeitsplätze durch Vereinbarungen mit allen Gläubigern das vordringlichste Verfahrensziel (Insolvenzplanverfahren).

Für Verbraucherinnen und Verbraucher, die keine selbständige Tätigkeit ausüben, sieht das spezielle Verbraucherinsolvenzverfahren einen vorgeschalteten außergerichtlichen Schuldenbereinigungsversuch vor. Diesen muss eine zugelassene Schuldnerberatungsstelle oder eine Rechtsanwältin bzw. ein Rechtsanwalt bescheinigen, bevor das Insolvenzgericht eingeschaltet wird.

Weiterführende Links

Zentrale Zuständigkeit

In Nordrhein-Westfalen sind die Insolvenzgerichte jeweils bei dem Amtsgericht am Sitz eines Landgerichts konzentriert.

Im Landgerichtsbezirk Paderborn und somit auch für den Bezirk des Amtsgerichts Warburg ist zentral das Amtsgericht Paderborn externer Link, öffnet neues Browserfenster / neuen Browser-Tab zuständig:

Amtsgericht Paderborn
- Insolvenzgericht -
Am Bogen 2-4
33098 Paderborn

Telefon: 05251 126-0
Telefax: 05251 126-360